Archiv für Juli 2009

„Die Judenverfolgung ist nicht ausreichend erforscht“

Kollaboration in den besetzten Gebieten, Deportation jüdischer Berliner: Der Berliner Historiker Michael Wildt spricht über Forschungslücken zur NS-Zeit.

Frage: Herr Wildt, Sie haben eine der wenigen verbliebenen Berliner Professuren inne, die sich explizit mit dem Nationalsozialismus beschäftigen. Wie kommt es zu dieser Ausdünnung?

Michael Wildt: In der Tat gab es noch vor einigen Jahren fünf Professuren: Reinhard Rürup an der Technischen Universität, Ludolf Herbst an der Humboldt-Uni, Peter Steinbach an der Gedenkstätte deutscher Widerstand, Wolfgang Wippermann an der Freien Universität und Wolfgang Benz am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU. Wenn Benz im Herbst emeritiert wird, gibt es nur noch Wippermann und mich. Bei der Neubesetzung von Professuren spielt eine Rolle, dass sich das Interesse auf die Zeit nach 1945 verlagert. In der neuen Historikergeneration ist das Drängende in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus einer distanzierten Haltung gewichen.
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Ein couragierter Blick

Faschismus: Geschichtliches und Aktuelles aus der Sicht von Wolfgang Wippermann

Von Manfred Weißbecker

Innerhalb von nicht mal einem Jahr hat er drei Bücher auf den Markt gebracht: Nach „Autobahn zum Mutterkreuz“, eine Auseinandersetzung mit Legenden über den NS-Staat (aktueller Anlass waren die haarsträubenden Behauptungen der ehemaligen Nachrichtensprecherin Eva Herman über angebliche sozialpolitische Leistungen der Nazis), ließ Wolfgang Wippermann von der Freien Universität Berlin im Frühjahr dieses Jahres die Streitschrift „Dämonisierung durch Vergleich: DDR und Drittes Reich“ folgen. Am Mittwochabend stellte er diese Polemik gegen die Verharmlosung der Verbrechen der Hitler-Diktatur durch Verteufelung der DDR im ND-Club vor. Dieser Tage nun erschien aus seiner Feder zudem eine Publikation, in der er Wesen und Strukturen faschistischer Regimes, Parteien und Organisationen entlarvt.

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